Die Europaletten, auch bekannt als Europoolpaletten oder einfach nur als Palette, ist eine mehrwegfähige Palette für den Transport. Durch den speziellen Aufbau der Modelle lassen sich die Paletten besonders gut rangieren und können auch mit einem Gabelzinken aufgenommen werden.

Die Einsatzgebiete der Paletten beziehen sich vor allem auf den Industriebereich. Da die Europalette über genormte Maße verfügt, sind die Maschinen für die industrielle Nutzung auf die Palette zugeschnitten. Verladen werden die Paletten in der Regel auf Sattelzüge, Aufbaubehälter oder auch Wechselbrücken. Hier ist ausreichend Platz, um zwei Paletten quer oder auch drei Paletten längs verladen zu können.Sie eignen sich zudem zum Stapel. Sind sie jedoch mit zerbrechlichen Gegenständen beladen, so können Palettenhütchen genutzt werden, um optisch vor dem Stapeln weiterer Inhalte zu warnen.

Abmessungen und Gewicht der Europalette – die Europaletten Maße im Überblick

  • Gewicht Europalette: zwischen 20 kg und 24 kg
  • Größe Europalette: 1200 x 800 x 144 mm – Länge x Breite x Höhe
  • Grundfläche Europalette: 0,96 Quadratmeter
  • Befestigung Europalette: 78 Spezialnägel

Die Europalette ist eine Vierwegepalette. Dies heißt, dass die Palette mit einem Fördergerät von allen vier verschiedenen Seiten in Anspruch genommen werden kann. Das erleichtert die Arbeit beim Verladen und Umladen deutlich.

Platz für Kennzeichnungen

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Die Palette selbst ist besonders belastbar. Sie kann mit hohen Gewichten beladen werden. Bei einer punktgenauen Beladung an einer bestimmten Stelle, darf das Gewicht nicht mehr als 1.000 kg betragen. Wenn die Gewichtsverteilung gleichmäßig erfolgt, dann ist eine Beladung von bis zu 2.000 kg möglich. Wird sie zum Versand genutzt, so bieten sich spezielle Palettenversandkartons oder Palettencontainer an.

Die Kennzeichnungen der Palette

Erkennbar auf den Paletten sind verschiedene Kennzeichnungen. Da es sich hier um Produkte handelt, die nach dem EPAL-System hergestellt werden, ist es notwendig, bestimmte Kennzeichnungen auf den Paletten zu vermerken. So befindet sich am linken Eckklotz eine EPAL-Kennzeichnung. EPAL ist die Abkürzung für die European Pallet Association e.V. Die Kennzeichnung selbst ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Meist wird sie jedoch gefordert. In Italien muss sie auf der Palette vermerkt werden.

Ebenfalls auf der Palette vermerkt ist der Hersteller-Code. Dieser wird durch eine Signierklammer vermerkt. Einige Paletten werden repariert und anschließend wieder in Umlauf gebracht. Ist dies der Fall, dann ist es notwendig, die Palette mit einem Prüfnagel zu versehen. Dieser wird am mittleren Klotz befestigt. Zudem wird ein zweiter Prüfnagel an einer Längsseite befestigt. Am rechten Eckklotz ist das Zeichen EUR vermerkt.

Auch am linken Klotz ist eine Befestigung mit einer ovalen Umrandung vermerkt. Auch hier findet sich die Abkürzung EPAL. Der mittlere Klotz bietet ausreichend Platz für die Unternehmens-Kennzeichnung. Auch diese ist mit einer Umrandung versehen. Die Kennzeichnung ist abhängig vom Unternehmen. Zudem befindet sich hier ein Verweis auf das Herstellungsland. Auch hier kann ein Reparaturnagel eingesetzt werden. Zudem befindet sich hier eine Güteprüfklammer. Die Ziffern, die an dieser Stelle vermerkt sind, stehen für die Herstellernummer, das Herstellungsjahr, sowie den Monat der Herstellung. Zudem gibt es eine IPPC-Kennzeichnung, dass es sich um ein schädlingsfreies Holz handelt. Auch am rechten Klotz ist zusätzlich noch ein EPAL-Zeichen angebracht.

Die Unterscheidungen bei den Europaletten

Wer sich auf die Suche nach einer Palette macht und diese kaufen möchte, der wird schnell feststellen, dass es hier einige Unterschiede gibt. So gibt es insgesamt fünf Unterteilungen

Gestapelte Europaletten

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  1. Die neue Europalette wird vom Hersteller ausgeliefert. Sie kann auch direkt beim Hersteller bestellt werden. Vor allem in der Lebensmittelindustrie, aber auch im Bereich der Auslieferung von Arzneimitteln werden ausschließlich neue Paletten eingesetzt.
  2. Die neuwertige Europalette darf in nicht mehr als zwei verschiedenen Tauschvorgängen mit involviert sein. Vor allem in klassischen Industriebetrieben kommt sie zum Einsatz. Wichtig ist, dass das Holz der Palette noch komplett in Ordnung ist und sich hier keine Holzsplitter zeigen.
  3. Die gebrauchte und tauschfähige Palette kann weitergegeben werden, hat aber schon den einen oder anderen Mangel. Das heißt, Absplitterungen und auch Verfärbungen sind keine Seltenheit. Diese Paletten kommen im Bereich der Unternehmen und auch Speditionen zum Einsatz.
  4. Die verbrauchten Paletten sind nicht mehr tauschfähig. Sie dürfen nicht mehr verwendet werden.
  5. Die reparierten Paletten waren einmal nicht mehr tauschfähige Paletten und wurden repariert. Die Reparatur darf nur von lizenzierten Betrieben vorgenommen werden. Durch das Nadelsiegel werden sie erkennbar gemacht und können dann wieder als tauschfähige Paletten eingesetzt werden.

 

Dabei stellt sich jedoch die Frage, wann genau eine Palette eigentlich tauschfähig ist. Hier gibt es genaue Definitionen, die eingehalten werden müssen. So lange die Palette von einem lizenzierten Betrieb nach den Kriterien von EPAL hergestellt wurde, alle Markierungen hat und keine Bretter fehlen, kann sie getauscht werden. Die Bretter dürfen allerdings keine starken Beschädigungen aufweisen. Zudem ist es notwendig, dass die Klötze noch vorhanden sind. Wurde eine Palette von einem Betrieb repariert, der nicht lizenziert ist, dann darf sie nicht mehr getauscht werden.

Wichtig: Die Reparatur der Palette muss deshalb in bestimmten Betrieben erfolgen, weil die Bestimmungen hier genau vorgegeben sind. Von den groben Reparaturen bis hin zum Einsatz der Nägel ist alles genau festgehalten und muss so auch umgesetzt werden. Passiert dies nicht, kann es zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommen. Gefälschte Europaletten stellen ein Sicherheitsrisiko dar.