Große Versandunternehmen wie DHL, DPD oder auch Hermes sowie Versandhäuser machen es vor: Der umweltfreundliche Versand und somit natürlich auch die umweltfreundliche Verpackung liegen im Trend. Nachhaltigkeit kommt immer mehr in Mode, viele Versandhäuser haben das inzwischen verstanden und denken nun auch beim Versand ihrer Ware an den ökologischen Fußabdruck. Doch was genau ist eigentlich der ökologische Fußabdruck? Was trägt dazu bei, dass aus einer Versandverpackung eine umweltfreundliche Verpackung wird und wie kann der umweltfreundliche Versand erfolgen? Diese Fragen klären wir hier.

Der ökologische Fußabdruck – Darauf kommt es an

Fußabdruck Globus

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Mit Hilfe des ökologischen Fußabdrucks wird im Allgemeinen die Nachfrage der Biokapazität berechnet, die ein Mensch anhand der Angebote, die unser Planet liefert, nutzen kann.

Etwas Grundsätzliches vorweg: Eine sehr lange Zeit in der Geschichte der Menschheit wurde nur ein Bruchteil der Naturressourcen, welche die Erde problemlos zur Verfügung stellen konnte, genutzt. In den 80er Jahren kam die Wende, denn die Menschheit verbraucht seither wesentlich mehr Biokapazität, als auf Dauer von den Ökosystemen bereitgestellt werden kann. Angegeben wird der ökologische Fußabdruck in „gha“ (globale Hektar). Aktuell liegt die pro Kopf verfügbare Biokapazität bei etwa 1,7 gha. Da jedoch auch die Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt erhalten werden muss, müsste der Wert eigentlich deutlich geringer sein. Allerdings liegt der weltweite Durchschnitt des ökologischen Fußabdrucks bei 2,7 gha. Somit nutzt der Mensch so viel von der Natur, als würde es die Erde 1,5 Mal geben. Vereinfacht ausgedrückt liegt die Nachfrage deutlich über dem Angebot.

Auch im industriellen Bereich – und hier speziell im Bereich von Verpackung und Versand – spielt der ökologische Fußabdruck eine entscheidende Rolle. Die Unternehmen haben sich nun zum Ziel gesetzt, nachhaltig und ökologisch zu arbeiten. Umweltfreundliche Verpackungen sowie umweltfreundlicher Versand machen dabei einen Großteil aus.

Umweltfreundliche Verpackungen: Den ökologischen Fußabdruck verkleinern

Den Verbrauchern wird Nachhaltigkeit immer wichtiger, weshalb umweltfreundliche Verpackungen bei Händlern immer notwendiger werden. Die Produkte sollen nicht nur gut geschützt, sondern auch ressourcenschonend verpackt werden. Vor allem die Verpackungshersteller werden damit vor große Herausforderungen gestellt: Zwar soll Material gespart werden, allerdings müssen die Verpackungen weiterhin stabil bleiben.

Nachhaltiges Handeln und damit verbunden natürlich auch die umweltfreundliche Verpackung gehören in der heutigen Zeit zu einem sehr wichtigen Kaufkriterium für Konsumenten. Klimaschutz sowie soziale Aspekte spielen für moderne Käufer eine wesentliche Rolle in ihrem Konsumverhalten. Neben natürlichen Produkten und einer umweltfreundlichen Verpackung ist es den Kunden zudem wichtig, dass sich die Unternehmen gesellschaftlich engagieren. Der Trend geht dabei zu ethischem Konsum und fair gehandelten Waren. Für Verpackungsunternehmen bedeutet dies, es müssen Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt werden. Neben der Herstellung von umweltfreundlichen Verpackungen hat auch die Unterstützung von Umwelt-, Hilfs- und Naturorganisationen Bedeutung.

Die Herstellung von umweltfreundlichen Verpackungen ist für Verpackungshersteller keine einfache Aufgabe. Sie helfen der Industrie, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, indem umweltfreundliche Verpackungen entworfen und Produktionsprozesse entwickelt werden. Umweltfreundliche Verpackungen sollen zwar mit weniger Rohstoffen hergestellt werden, Stabilität und Dichtigkeit dürfen jedoch nicht darunter leiden. Der Schutz der zu transportierenden Waren steht immer im Vordergrund. Laut der Europäischen Organisation für Verpackung und Umwelt verursachen zum Beispiel Produktverluste vor allem bei Nahrungsmitteln aufgrund desolater Verpackungen eine deutlich höhere CO2-Emission als die Verpackung selbst.

Viele Innovationen der Verpackungshersteller zeigen jedoch, dass Sicherheit und Ökologie durchaus im Einklang miteinander stehen können. Umweltfreundliche Verpackungen bieten trotz weniger Material eine hohe Stabilität. Als umweltfreundliche Verpackungen gelten dabei nicht nur Materialien wie Pappe oder Papier. Auch Kunststoff eignet sich aufgrund seines geringen Gewichts hervorragend, denn durch leichte Kunststoffverpackungen kann auch ein umweltfreundlicher Versand durch weniger CO2-Emission beim Transport erzielt werden. Neben Pappe bzw. Papier und Kunststoff gehören auch Glas sowie Aluminium oder Metall zu den umweltfreundlichen Verpackungen.

ökologischer Karton

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Umweltfreundlicher Versand: CO2 minimieren und den ökologischen Fußabdruck verringern

Der Onlinehandel ist ohne die Logistik nicht denkbar, denn der Versand ist im E-Commerce-Bereich eine entscheidende Größe für die Zufriedenheit der Kunden. Neben den bekannten Kriterien wie Verlässlichkeit, Flexibilität und Schnelligkeit haben Kunden inzwischen einen weiteren Anspruch: Sie wünschen sich einen umweltfreundlichen Versand. Für den Transport von Paketen müssen somit langfristig nachhaltige Lösungen gefunden werden, die den ökologischen Fußabdruck auch bei Logistikunternehmen verkleinern.

Der klimaneutrale und damit umweltfreundliche Versand wird bereits von führenden Paketdienstleistern wie DHL, DPD, GLS, UPS und auch Hermes angeboten.

Das Prinzip ist es denkbar einfach: Die Unternehmen leisten ihren Anteil am Klimaschutz, indem sie eine Mischung aus CO2-kompensierenden und CO2-reduzierenden Maßnahmen ergreifen. So tragen zum Beispiel ein reduzierter Stromverbrauch in Paketzentren oder der Einsatz elektrobetriebener Hybrid-Fahrzeuge zu einem umweltfreundlichen Versand bei. Die kompensierenden Maßnahmen eines umweltfreundlichen Versands zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass unterschiedliche Klimaprojekte weltweit finanziell unterstützt werden.

Aktuell sind nur etwa fünf Prozent aller Onlinehändler bereit, die Leistungen der Logistikunternehmen für einen umweltfreundlichen Versand in Anspruch zu nehmen. Kunden erhalten diese Option in der Regel ohne Aufpreis, so dass nur selten ein Zuschlag für den umweltfreundlichen Versand fällig wird.

Alternativen zur Beauftragung von Logistikunternehmen, die sich einem umweltfreundlichen Versand von Waren verschrieben haben, sind unter anderem die Inanspruchnahme von Fahrradkurierdiensten oder auch die Selbstabholung der bestellten Waren. Jedoch eignen sich diese Möglichkeiten nur bedingt als „Versandoption“.